Stiftung Warentest: Harte Kritik an Lebensmittel-Etiketten PDF Print E-mail
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Written by Dipl.-Kffr. Sophie Hieke, MBR   
Thursday, 10 February 2011 12:56

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Seit mehreren Jahren nun schon führt die deutsche Organisation Stiftung Warentest breit gefächerte Tests an jeglichen, für den Konsumenten frei erhältlichen Produkten, durch - allen voran Lebensmittelprodukten jeder Art. Eine neue Zusammenfassung bisheriger Ergebnisse im Bereich Lebensmittelkennzeichnung und Etikettierung zeichnet hier ein ganz besonders düsteres Bild der deutschen Lebensmittellandschaft.

 

In ihrer neuesten Veröffentlichung konstatiert Stiftung Warentest, dass seit 2008 jedes vierte geprüfte Etikett kritisiert werden musste. 30 Tests in den Jahren 2008-2010  wurden nun auf übergeordneter Ebene ausgewertet und die Ergebnisse sind erschütternd: 205 der insgesamt 749 getesteten Produkte mussten von Stiftung Warentest als lediglich ausreichend (4,0) oder gar als mangelhaft (5,0) und damit "durchgefallen" deklariert werden. Nur 1% kam insgesamt auf die Bewertungsstufe sehr gut (1,0) und hierbei handelte es sich in den meisten Fällen um natürliche Mineralwasser-Sorten.

Ein genauer Blick aufs Etikett

Laut Stiftung Warentest genügt oft schon ein Blick auf die Zutatenliste, um grobe Schummeleien zu entdecken. Die auf so genannten Smoothies klar angepriesenen Früchte rangierten oftmals auf der tatsächlichen Liste (meist hinten auf der Verpackung) an letzter Stelle und deuten somit klar auf einen sehr geringen Anteil am Gesamtprodukt hin. Laut Vorschrift muss der Hersteller nämlich alle Zutaten in absteigender Reihenfolge (bezogen auf ihren Anteil am Gesamtgewicht) auflisten.

 

Zur Veranschaulichung folgen einige Beispiele aus der aktuellen Stiftung Warentest-Ausgabe:

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(Quelle: Stiftung Warentest, 2/2011)

Was tun?

Trotz der durch die Zutatenliste oftmals zu entlarvenden Schwindeleien zeigen die Tests jedoch auch sehr deutlich, dass viele Mängel erst in Laboruntersuchungen sichtbar werden. So wurde beim Test von Räucherlachs erst nach speziellen Verfahren herausgefunden, dass der als teurer "Wildlachs" angegebene Lachs in Wirklichkeit preisgünstigerer und nicht wild gefangener Zuchtlachs war (test 1/10). Tests zu Würzölen brachten zwei besondere Schwindeleien ans Tageslicht, bei denen Trüffel- und Steinpilzaroma als besondere Zugabe zum Öl gekennzeichnet und beworben war, in Wirklichkeit jedoch nicht aus edlen Pilzgewächsen sondern aus der Retorte stammte (test 3/10).

 

In jedem Falle empfiehlt sich also, wer beim Kauf seiner Lebensmittel auf Nummer sicher gehen will, sich mit den verschiedenen Produktkategorien zu beschäftigen und bei großer Unsicherheit diverse Ratgeber wie zu.B. Stiftung Warentest zu konsultieren. Zudem geben die Seiten der über- und regionalen Verbraucherzentralen oftmals detaillierte Auskunft über einzelne schwarze Schafe/Kennzeichnungssünder.

Last Updated on Thursday, 10 February 2011 12:59
 
Comments (2)
Richtige Kennzeichnung ist wichtig
1 Saturday, 21 May 2011 10:58
Danke für diesen ausführlichen Blog. Ich finde es wirklich wichtig das gerade die Lebensmittel das korrekte Etikett tragen. Kann sich jemand vorstellen wie viele Händler aber auch hier nachträglich umetikettieren?
Das stimmt
2 Tuesday, 31 May 2011 13:29
Sophie Hieke
Da kann ich nur zustimmen. Wäre tatsächlich interessant, herauszufinden, was nach erfolgreicher Etiketten-Kontrolle nochmals umetikettiert wird.

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