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Milchzucker (Laktose) in Lebensmitteln: Für viele unverträglich PDF Print E-mail
Grundlagen - Grundlagen (Wissenschaft)
Written by Lars Ullerich   
Wednesday, 16 September 2009 22:49

milchzuclerMilchzucker ist ein schwach süßlich schmeckender Zweifachzucker und ist zu etwa fünf Prozent in Milch enthalten. Vielen Lebensmitteln, vor allem Backwaren, Speiseeis, Suppen, Soßen und Wurstwaren, wird Milchzucker oder Milchzucker enthaltenes Milch- oder Molkepulver zugesetzt. Dabei muss Milchzucker nicht als Zusatzstoff deklariert werden, wird aber als Zutat zumeist als Bindemittel und Füllmittel verwendet. Allerdings verträgt  die Mehrheit der Weltbevölkerung und circa 15% der Bevölkerung in Deutschland Milchzucker nicht. Dies ist fast ausschließlich auf eine nachlassende Enzymaktivität bei Erwachsenen zurückzuführen.

Während Babys ihren Kalorienbedarf hauptsächlich über den in der Muttermilch enthaltenen Milchzucker stillen, verliert der Mensch im frühen Erwachsenenalter normalerweise die Fähigkeit, den Zweifachzucker im Darm mit dem entsprechenden Enzym, Laktase, zu verdauen. Nimmt der Erwachsene dennoch Milchzucker zu sich, so kann der Milchzucker zu schmerzhaften Blähungen oder Durchfällen führen, vor allem weil Darmbakterien den Milchzucker zu Gasen verstoffwechseln.

Viele Menschen aber, und dabei die meisten europäisch stämmigen Personen, produzieren problemlos auch im Erwachsenenalter das abbauende Enzym Laktase. Forscher nehmen an, dass vor circa 8000 Jahren in Nordeuropa, im zeitlichen Verlauf zur beginnenden Viehaltung, sich eine Genmutation in der Bevölkerung durchgesetzt hat, wodurch die Laktase weiterhin im Körper produziert wird. Der Vorteil für die Menschen lag darin, dass sie daher Milch problemlos als Nahrungsquelle nutzen konnten. Es wird vermutet, dass andere von Viehzucht abhängige Kulturen in der Welt, etwa Beduinen, ähnliche funktionale Mutationen im Erbgut aufweisen.

Personen mit einer Milchunverträglichkeit jedoch können sehr heftig auch auf kleine Mengen von Milchzucker reagieren. Produkte mit ausgewiesener Laktose-(Milchzucker)Freiheit oder laktosearme Produkte haben, in Begleitung einer größeren Aufgeklärtheit über Milchzuckerunverträglichkeit, einen signifikanten Absatzwachstum erzielt.

Last Updated on Friday, 25 September 2009 16:07
 

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