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Cholesterin: Was ist das eigentlich? PDF Print E-mail
Grundlagen - Grundlagen (Business)
Written by Dipl.-Kffr. Sophie Hieke, MBR   
Thursday, 14 January 2010 13:27

fragezeichen

Viele Verbraucher schlagen sich mit Problemen ihres Cholesterinspiegels herum, am häufigsten tritt hierbei ein erhöhter Cholesteringehalt im Körper auf. Doch was genau ist Cholesterin (auch: Cholesterol) eigentlich, wo kommt es her und wie kann der körpereigene Haushalt (über die Ernährung) gesteuert werden?

 

Cholesterin gehört zu den Nahrungsfetten (besondere Lipide) und ist ein wichtiger Bestandteil der Zellmembran. Zudem wird es vom Körper als Ausgangssubstanz für die Synthese von Gallensäuren und Steroidhormonen (Geschlechtshormone und Hormone der Nebennierenrinde) benötigt. Bei ausreichender Sonneneinstrahlung kann der Körper zusätzlich aus Cholesterin die Vorstufe für Vitamin D bilden. Im Blut wird Cholesterin aufgrund seiner schlechten Wasserlöslichkeit vor dem Transport an Eiweiß gebunden. Das Transport-Cholesterin heißt HDL (high density lipoprotein, Schutzfaktor, zum Beispiel als Schutz vor Arterienverkalkung) beziehungsweise LDL (low density lipoprotein, Risikofaktor, zum Beispiel als Gefahr für Gefäßschädigungen). Cholesterin kann zudem, jedoch zu einem wesentlich geringeren Teil, als freies Cholesterin im Blut vorkommen. Die menschliche Leber stellt einen Teil des Cholesterin im Blut selbst her.  

Steigt die Cholesterinmenge im Blut, kann kann sich Fett in der Gefäßwand ablagern. Folgen dieser Ablagerung können ein erhöhtes Arterioskleroserisiko (Verkalkungsrisiko), aber auch Erkrankungen der Herzkranzgefäße (Angina Pectoris, Herzinfarkt),  Gehirnschläge (Schlaganfall, Apoplexie), Nierenschädigungen oder Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen sein.

 

Laborwert Ziel-Bereich Einheit Anmerkung
Cholesterin (gesamt) unter 200 mg/dl

unter 200 mg/dl besteht nur ein geringes, unter 160 mg/dl nur ein äußerst geringes Risiko

LDL Cholesterin unter 155 mg/dl idealerweise sollte der Wert unter 130 mg/dl liegen, insbesondere nach Infarkten sind noch tiefere Werte wünschenswert
HDL Cholesterin mindestens 35  mg/dl im Cholesterinspiegel sollten mindestens 40 mg/dl enthalten sein, Werte über 60 mg/dl wirken schützend vor Arterienverkalkung

 

Für Verbraucher, die einen erhöhten Cholesterinspiegel im Blut aufweisen, ist es somit nötig, diesen wieder auf ein normales Niveau zu senken. Dies geschieht mittels so genannter Cholesterinsenker, deren Menge und Dosierhäufigkeit ärztlich verordnet werden sollte.

Doch was genau steckt eigentlich dahinter?  

Cholesterinsenker - funktionelle Lebensmittel als erfolgreiches Geschäftsmodell?

Wo in den fünfziger Jahren Produkte mit cholesterinsenkender Wirkung nur auf Rezept und somit nur in Apotheken erhältlich waren, gibt es heute eine Reihe an funktionellen Lebensmitteln, die derartige Wirkstoffe enthalten. Die Rede ist von Pflanzensterinen, die zwar auch in natürlichen Lebensmitteln enthalten sind, hier jedoch zu wesentlich geringeren Mengen. Samen und Nüsse enthalten besonders viele Pflanzensterine, über die Nahrung kann jedoch nur ca. ein halbes Gramm auf natürliche Weise aufgenommen werden. Zur effektiven Senkung des Cholesterinspiegels sind aber zwischen 2 und 3 Gramm Pflanzensterine notwendig. Diese sind heute in zahlreichen Produkten enthalten, die als so genannte funktionelle, also mit Zusatzstoffen angereicherte Lebensmittel bekannt und erhältlich sind.

Die Industrie hat eine Reihe an Produkten entwickelt, von Milch und Käse über Joghurt bis hin zu besonderem Brot - oftmals durch Aussagen wie "senkt nachweislich Ihren Cholesterinspiegel" gekennzeichnet. Dieses Angebot überrascht nicht, wenn man den Preisaufschlag beachtet, der den Unternehmen eine einträgliche Marge verschafft.

 

Ärzte und Verbraucherzentralen warnen jedoch vor einer unkontrollierten Einnahme cholesterinsenkender Lebensmittel. Trotz Zulassung und Erhältlichkeit in vielen Supermärkten sollte eine aktive Senkung des Cholesterinspiegels nie ohne vorherige Beratung und Absprache mit dem Hausarzt oder sonstigen Fachärzten für Allgemeinmedizin erfolgen. So rät die Verbraucherzentrale Bayern: "Lebensmittel mit Phytosterin-Zusätzen sind keine normalen, harmlosen Lebensmittel, sondern sie enthalten pharmakologisch wirksame Pflanzenstoffe".

Studien zeigen, dass ein Zuviel an (über spezielle Lebensmittel aufgenommene) Pflanzensterinen sogar Nebenwirkungen haben kann. Als Folge des erhöhten Pflanzensterinspiegels im Blut kann das fettlösliche Vitamin A nicht mehr in ausreichender Menge aufgenommen werden. Langzeitfolgen sind noch nicht hinreichend wissenschaftlich untersucht. Hinzu kommt, dass diese Studien ebenfalls zeigen, dass knapp die Hälfte der Personen, die cholesterinsenkende Lebensmittel zu sich nehmen, überhaupt nicht der entsprechenden Risikogruppe angehören. Dies liegt zu einem Teil auch an dem Irrglauben, hier einen Gewichtsverlust herbeiführen zu können.

Forderung nach einer besseren Kennzeichnung cholesterinsenkender Produkte

Aufgrund dieser und weiterer Punkte fordern Verbraucherschutzverbände eine bessere Kennzeichnung cholesterinsenkender bzw. mit Pflanzensterinen versetzter Produkte, etwa nach dem Vorbild der Produktgruppe für Diabetiker. Es gilt - ohne ärztliches Anraten ist ein Konsum dieser Lebensmittel nicht notwendig und im Zweifelsfall für den Geldbeutel auch wesentlich "verträglicher".   

Last Updated on Friday, 15 January 2010 15:47
 

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