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| Die Ampelkennzeichnung in Deutschland - Zukunft oder Abstellgleis? |
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| Grundlagen - Grundlagen (Business) | |||
| Written by Dipl.-Kffr. Sophie Hieke, MBR | |||
| Friday, 16 October 2009 09:54 | |||
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Auf Basis des von der Britischen Lebensmittelbehörde (FSA, siehe auch Weblinks) entwickelten Ampelsystems (traffic light signposting) fordern Verbraucherschützer jedoch den Einbezug von farblichen Kodierungen anstelle von Prozentwerten, da Verbraucher eine vereinfachte Informations- und Orientierungshilfe benötigten, um ihren Lebensmitteleinkauf (zumal unter zeitlichem Druck) besser und effektiver gestalten zu können. Die Ampelkennzeichnung enthält ebenfalls für die vier Nährwerte sowie den Angaben zum Brennwert absolute Zahlen, die prozentualen Richtwerte wurden jedoch durch ein Farbschema ersetzt, welches indiziert, ob von einem Nährwert zuviel, mittel oder eine unbedenkliche Menge enthalten ist.
DiskussionIn der Diskussion um die Wahl des "richtigen" Kennzeichnungssystems haben sich folgende Punkte als tonangebend und konstitutiv für die jeweiligen Modelle herauskristallisiert:
Das Hauptargument der Industrie gegen eine Ampelkennzeichnung konstatiert sich in der Sorge, dass das Farbschema extrem suggestiv und meinungsbildend sei. Es wird befürchtet, dass Produkte, die einen roten Balken enthalten, automatisch als gefährlich und sehr ungesund eingestuft werden, obgleich sie im Rahmen einer ausgeglichenen Ernährung zu den Grundbestandteilen gehören könnten. Hier wird immer wieder Olivenöl als Beispiel genommen (hoher Fettgehalt, allerdings Bestandteil einer oft empfohlenen mediterranen Ernährung). Die Lebensmittelindustrie deutet die Farbkodierung des Ampelsystems als eine Gefahr der Stigmatisierung bestimmter Produkte und damit einem Eingreifen des Staates in die Freiheit der Wirtschaft in Produktion und Verkauf. Verbraucherschützer hingegen präsentieren zahlreiche Umfragen und Studien, die Verbraucher nach ihren Präferenzen hinsichtlich Kennzeichnungen befragen sowie testen, welche Systeme am besten verstanden und angewandt werden. Hier wird argumentiert, dass eine Vereinfachung der Produktwahl in einer Kaufsituation nötig sei, da bei vielen Verbrauchern tieferes Ernährungswissen nicht vorhanden sei und der Zeitdruck ein genaues Studium der einzelnen Inhaltsstoffe sowie ihrer prozentualen Mengenangaben nicht zulasse. Das Problem der Stigmatisierung sehen Verbraucherorganisationen wie Foodwatch nicht, da ihrer Meinung nach ein Einkaufskorb als Gesamtheit aller Produkte die Balance hielte zwischen sehr gesunden Produkten und einzelnen Produkten mit roten Balken.
Neben der farblichen Gestaltung unterscheiden sich beide Kennzeichnungssysteme ebenfalls in ihren absoluten Mengenangaben. Während prozentuale GDA-Systeme frei wählbare Portionsgrößen als Bezugsgröße verwenden, ist in der Ampelkennzeichnung die generelle Angabe in 100g/100ml festgelegt. Verbraucherschützer argumentieren, dass beliebige Portionsgrößen zur Verschleierung tatsächlicher Nährwertmengen dienen, da sie sowohl realitätsfern gewählt werden (zu kleine Portionsgrößen) als auch aufgrund unterschiedlicher Angaben nicht innerhalb einer Produktgruppe vergleichbar sind. Dieser kalkulatorische Aufwand sei dem Verbraucher in einer Einkaufssituation nicht zuzumuten. Unterstützer der prozentualen GDA-Angaben hingegen verweisen darauf, dass normierte 100g/100ml-Angaben ebenfalls realitätsfern seihen, da nicht alle Lebensmittelprodukte in diesen Mengen verzehrt werden würden.
In der momentaten Diskussion um eine europaweit einheitliche Lebensmittelkennzeichnung werden beide Systeme als mögliche zukünftige Modelle gehandelt. Zahlreiche Veröffentlichungen, gutachterliche Stellungnahmen sowie Antworten der Bundesregierung (siehe hierzu verschiedene aktuelle Blog-Beiträge) beschäftigen sich hiermit. Es bleibt jedoch abzuwarten, welches System - wenn überhaupt - im Gesetz verankert wird bzw. welche Möglichkeiten auf nationaler Ebene für individuelle Kennzeichnungen eingeräumt werden.
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| Last Updated on Friday, 16 October 2009 09:58 |



Im Rahmen der Debatte um eine allgemein verpflichtende Lebensmittel- und Nährwertkennzeichnung hat sich eine hitzige Diskussion entfacht, die Industrie und Verbraucherschutz in zwei Lager spaltet. Auf freiwilliger Basis haben Lebensmittelhersteller begonnen, ihre Produkte mit den so genannten GDAs zu versehen, Guideline Daily Amounts die sowohl absolute Angaben zu Nährwerten machen als diese auch mit Referenzwerten versieht. Den Werten ist ein Tagesbedarf an 2000kcal zugrunde gelegt, der etwa dem durchschnittlichen Verbrauch einer Frau Mitte 20 entspricht. Schwellenwerte für die Referenzangaben wurden vom Verband der Europäischen Getränke- und Lebensmittelindustrien (