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| Bio Bio Bio - Wenn die Nachfrage größer ist als das Angebot |
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| Written by Dipl.-Kffr. Sophie Hieke, MBR | |||
| Friday, 21 January 2011 10:41 | |||
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Die deutschen Bauern kommen mit der Produktion nicht nach, da - auf die gestiegene Nachfrage reagierend - der Handel sein Bio-Sortiment stark ausgebaut hat und hier in den Jahren 2000 bis 2009 eine Umsatzsteigerung von 180% verzeichnen konnte, während Flächenanteil und Anzahl deutscher Bio-Bauernhöfe nur um 75% gestiegen sind.
Deutschland ist in Europa der größte Absatzmarkt für Bioprodukte - obgleich der Dioxin-Skandal eine Gefahr für die regulären Bauern darstellt, befeuern Lebensmittelskandale in Europa generell die Nachfrage nach Bio-Produkten, da die Verbraucher sich durch den Kauf ökologisch wertvoller Produkte "absichern" wollen. Somit verlieren deutsche Bio-Bauern aufgrund ihrer begrenzten Produktionskapazitäten durch die gestiegene Produktion im Ausland noch mehr Anteile auf dem heimischen Markt, besonders bei Obst und Gemüse.
Ökologisch erzeugtes Getreide und Futtermittel werden ebenfalls zunehmend aus den restlichen Teilen Europas eingeführt, insbesondere Osteuropa baut seine Rolle als günstiger Produzent aus. Hier ist die eigene Nachfrage nach Bioproduktn noch sehr gering, wodurch der Löwenanteil exportiert werden kann. Die Wertschöpfungskette der Biolebensmittel erfährt somit - wie es typisch für einen Produktionslebenszyklus ist - eine Auslagerung in andere Länder, vornehmlich sich auszeichnend durch niedrigere Kosten in der Herstellung.
Bio versus ÖkoDa das Charakteristikum eines Bio-Lebensmittels jedoch in seiner frischen und ökologischen Produktion liegt, besteht bei einer solchen Auslagerung der Wertschöpfung die Gefahr eines nachhaltigen Imageschadens. Nach langem Transport ist vieles zwar noch Bio aufgrund seiner Erzeugung, aber schon lange nicht mehr Öko wegen der fehlenden Nachhaltigkeit und Umweltschonung. Verlängerte Lagerung und Transporte verursachen zusätzlichen Ausstoß von Treibhausgasen durch LKWs und Flugzeuge. Ebenso wird durch die zunehmende Anzahl an Zwischenhändlern die Rückverfolgung der Produkte zu ihrem Ursprung immer schwieriger. Letzteres gilt aber gemeinhin als Qualitätsmerkmal von Bio-Produkten und kann nur beim Kauf von regionalen Produkten volständig erfüllt werden.
Warum die wachsende Nachfrage zu viel sein könnteDie Folgen des Bio-Booms zeigen sich besonders deutlich am jüngsten Dioxin-Skandal. Da reguläre Lebensmittelproduzenten von Hof-Schließungen aufgrund der Futtermittelverunreinigung betroffen sind und die deutschen Verbraucher Angst vor unreinen Produkten haben, steigt der "Run" auf Bio-Produkte zusätzlich. Bereits vorhandene Engpässe, zum Beispiel bei Bio-Eiern, zwingen den Handel zum Import ausländischer Bio-Produkte, da die ware innerdeutsch nicht schnell genug nachproduziert und -geliefert werden kann. Dies wird von Öko-Lebensmittelketten wie Tegut oder Bioland bestätigt. Laut dem Bundesverband Naturkost/Naturwaren ist der Umsatz mit Eiern bei Bio-Großhändlern seit Weihnachten um bis zu 30% gestiegen. Dennoch "helfen solche Stromstöße niemandem" meint Felix Löwenstein, Chef des Bundes für Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Wenn die Nachfrage nur durch Importe befriedigt werden kann, fällt der (kurzfristige) Gewinn gestiegener Absätze nicht unbedingt der einheimischen Agrarwirtschaft zu. Es werde lediglich schneller verkauft, nicht aber mehr. Gewinnen kann laut Löwenstein das Bio-Segment nur, wenn die Verbraucher langfristig und nicht nur aufgrund aktueller Lebensmittel-Schlagzeilen treu bleiben. Nur dann können neue Bio-Ställe aufgebaut werden und bestehende Betriebe auf Öko umgestellt werden.
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| Last Updated on Friday, 21 January 2011 11:31 |



Der Bio-Boom in Deutschland ist ungebrochen und der Absatz, der mit diesen Produkten zu erzielen ist, steigt stetig. Doch viele der in Supermärkten erhältlichen Lebensmittel stammen inzwischen aus dem Ausland. Bei einer so spezialisierten und auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Agrarwirtschaft wie der Deutschen fällt es schwer, dies zu glauben. Doch die Gründe dafür liegen nicht etwa in der fehlenden Bio-Produktion auf deutschen Höfen. Vielmehr ist die Nachfrage derart rasant gestiegen, dass das Angebot nicht schnell genug ausgeweitet werden konnt. Wie eine neue Studie der Universität Bonn (im Auftrag der Grünen) jetzt ergeben hat: "Die deutschen Ökobauern kommen der Nachfrage nach Bio-Produkten nicht mehr nach."