Bio-Logo der EU noch zu unbekannt PDF Print E-mail
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Written by Sophie Hieke   
Thursday, 16 December 2010 16:37

EU-Bio-LogoKaum ein Verbraucher kennt das Bio-Logo der EU. Zu diesen Ergebnissen kommt die neueste Studie der Universität Kassel, vorgestellt auf der Fresenius-Konferenz "Organic Food" im November 2010. Obwohl seit Juli in Kraft, ist den Kunden das grüne Sternenbanner zumeist unbekannt.

 

Die Studie wurde durchgeführt von der Fakultät "Ökologische Agrarwissenschaften" an der Uni Kassel und beinhaltet über 2.000 strukturierte Leitfadeninterviews mit Teilnehmern aus verschiedenen Ländern der EU: Deutschland, Dänemark, Italien, Großbritannien und Tschechien. Wie nicht anders zu erwarten, variierten die Ergebnisse stark von Land zu Land.

Ergebnisse nach Ländern

In Italien wird das Siegel bereits seit längerem genutzt - dementsprechend ist das Vertrauen in seine Aussagekraft relativ hoch. In Großbrittannien jedoch stehen die Verbraucher dem Logo eher skeptisch gegenüber. Die restlichen befragten Länder nehmen eine mittlere Position ein, da hier nationale und nicht-staatliche Öko-Siegel und Logos stärker vertreten sind. Das EU-"Blatt" ist den meisten unbekannt.

Eine genaue Übersicht der Ergebnisse sind in der folgenden Grafik dargestellt:

 

Bio-Logo_LZ

(Quelle: Universität Kassel | Lebensmittelzeitung)

 

Grundsätzlich zeigt die Studie, dass Verbraucher einem neuen, EU-weiten Kennzeichen gegenüber aufgeschlossen sind. Dies gilt insbesondere für unregelmäßige bis seltene "Bio-Käufer", die sich eine einfache Orientierung im Lebensmittelregal wünschen. Bio-Fans hingegen gehen deutlich kritischer mit einer solchen Kennzeichnung um, eine Tatsache die sich auch in den Zustimmungsraten der verschiedenen Verbrauchergruppen zeigt. Wer also bereits mehr weiß über Bio-Produkte, möchte demnach detaillierte Informationen erhalten und keine vereinfachte Kennzeichnung. Viele Angaben werden als nicht ausreichend betrachtet.

(Detailliertere Ergebnisse können bei der Universität Kassel nachgefragt werden).

 

Fazit: Um Bekanntheit und Nutzungsgrad unter den Verbrauchern zu erhöhen, müssen Hersteller und Handel noch einiges an Aufklärungsarbeit leisten. Meike Janssen von der Fakultät für Ökologische Agrarwissenschaften empfiehlt daher, neben dem EU-Logo weiterhin nationale Siegel auf den Produktverpackungen zu verwenden und die Kunden parallel über das neue Siegel aufzuklären. Eine großangelegte Promotion-Kampagne aus Brüssel sei hier nicht zu erwarten.  

 

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