Lebensmittelkennzeichnung erfährt nicht genügend Beachtung PDF Print E-mail
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Written by Dipl.-Kffr. Sophie Hieke, MBR   
Wednesday, 06 January 2010 15:29

LebensmittelkennzeichnungNur etwa jeder zweite deutsche Verbraucher wird beim Einkauf von Lebensmitteln durch deren Nährstoffkennzeichnung beeinflusst. 

Diese und weitere Angaben haben Teilnehmer einer repräsentativen Umfrage des Offenbacher Meinungsforschungsinstituts Marplan gemacht, als zwischen Oktober und November 2009 bundesweit rund 2370 Verbraucher ab 18 Jahren zu ihren Gepflogenheiten beim Lebensmitteleinkauf befragt wurden.

 

Lediglich 18,9% der Befragten gaben an, beim Einkauf regelmäßig  auf die Nährwertangaben zu Eiweiß, Fett und Kohlehydraten zu achten. Etwa ein Drittel berücksichtigt diese Angaben sowie den Kaloriengehalt von Produkten immerhin "hin und wieder".

 

Frauen achten häufiger auf Lebensmittelangaben als Männer

Auch der in der Forschung wiederholt progagierte geschlechterspezifische Unterschied konnte nachgewiesen werden: laut Umfrageergebnissen interessieren sich Frauen im Durchschnitt erheblich mehr für Lebensmittelkennzeichnungen als Männer. 24,5% der Frauen gaben an, meistens auf die Nährwertangaben zu achten, während es bei den männlichen Befragten nur etwa 13% waren. Im Umkehrschluss antworteten 40% der Männer, dass ihnen die Lebensmittelkennzeichnung egal sei - bei den Frauen waren es nur 13%. Dieser Unterschied in der Interessenslage von Männern und Frauen kann wohl zu einem Großteil auf die vorherrschenden Einkaufsbräuche zurückgeführt werden: 10% der befragten Männer begründeten ihr fehlendes Interesse an der Nährwertkennzeichnung damit, dass sie nicht selbst einkauften. Bei den Frauen kam diese Antwort nur etwa bei jeder 50. Befragten.

 

Insgesamt gaben 4% aller Befragten an, dass sie generell nicht auf Nährwerte achten würden. Ganze 9% begründeten fehlendes Interesse an der Lebensmittelkennzeichnung mit ihrer Unfähigkeit, die Angaben lesen zu können. Sie seien schlichtweg "zu klein geschrieben".

 

Ernährungsbewusstsein hängt zum Teil vom Nettoeinkommen ab

Zudem konnte eine weitere Behauptung von Experten auf diesem Gebiet bestätigt werden: die Beachtung und Benutzung von Lebensmittelkennzeichnungen korreliert mit dem Haushaltseinkommen. Laut Verbraucherangaben stieg mit steigendem Nettoeinkommen auch der Einfluss der Nährwertangaben auf Produkten auf die Kaufentscheidung von Konsumhaushalten. Bei einem monatlich zur Verfügung stehenden Nettogehalt von 1.000€ gaben 15% der Probanden an, "meistens" auf Kennzeichnungen zu achten. In der Gruppe der Besserverdienenden (2.500€ netto/Monat) waren es bereits 23,7%.

 

Last Updated on Wednesday, 06 January 2010 15:32
 

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