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| Product Carbon Footprint: keine geeignete Umweltkennzeichnung |
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| Written by Dipl.-Kffr. Sophie Hieke. MBR | |||
| Monday, 14 December 2009 13:20 | |||
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Wie das Bundesumweltministerium (BMU) Ende November in einem Memorandum bekannt gab, hält es den so genannten Product Carbon Footprint (PCF) nicht für eine geeignete Umweltkennzeichnung. Quelle ist eine gemeinsame Studie des BMU, des Umweltbundesamtes (UBA) und des Öko-Instituts zur Erarbeitung von Grundsätzen für die Ermittlung und die Kommunikation eines Product Carbon Footprints.
Hintergrund ist eine Initiative, die zu Beginn 2008 in Deutschland gestartet war: ein Konsortium aus dem WWF, dem Öko-Institut, dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und THEMA1 bot ausgewählten Unternehmen in Deutschland die Teilnahme am so genannten Product Carbon Footprint Pilotprojekt an: Klimaschutz als unternehmerische Chance.
Nach Untersuchungen des UBA (2007) werden ca. 40% der klimarelevanten Emissionen pro Bundesbürger durch Ernährung und Konsum verursacht. Aufklärung ist hier von Konsumten ausdrücklich gewünscht, da bislang kaum Möglichkeiten existieren, klimafreundliche Angebote zu erkennen und als Entscheidungsfaktor in den Kaufprozess miteinfließen zu lassen.
Dies sollte sich mit dem PCF-Projekt ändern: Gemeinsam sollte eine internationale Harmonisierung im Sinne einer einheitlichen Erfassungsmethodik und Darstellungsweise erarbeitet werden. Als Vorbild dient die britische Initiative zur Entwicklung von Product Carbon Footprints, die bereits 15 Unternehmen als Teilnehmer verzeichnen kann.
Ziel war die Untersuchung der Emissionen, die Produkte in ihrer Herstellung, Nutzung und Entsorgung verursachen. Teilnehmende Unternehmen erhielten die Möglichkeit, nach einer international anerkannten und vereinheitlichten Methodik ihre eigenen Treibhausgasbilanzen produktbezogen zu erstellen. Aufbauend auf dieser Analyse sollten dann CO2 Reduzierungen entlang der Wertschöpfungskette ermöglicht werden und mithilfe des einzuführenden Labels auf den jeweiligen Produkten entsprechend gekennzeichnet und vermarktet werden.
Ergebnisse des BMUWie ein Auszug aus dem Memorandum des Bundesumweltministeriums zeigt, kritisiert die Bundesregierung den einseitigen Fokus auf Lebensmittel, welcher den PCF nicht als einheitliches Umweltsigel ermöglicht:
"Wie oben dargelegt liegt der Schwerpunkt der derzeitigen Aktivitäten und der Kommunikation zum Product Carbon Footprint bei der Produktgruppe Lebensmittel und nicht bei den aus Klimasicht wichtigeren energieverbrauchenden Produkten (wie etwa Heizungen, PKW oder Elektrogeräte). Dies ist auch deshalb überraschend, weil man eine Nicht-Berücksichtigung anderer Umweltkategorien, wenn überhaupt, dann noch am ehesten bei den energieverbrauchenden Produkten begründen könnte, aber viel weniger bei Lebensmitteln. Interessanterweise wird in den Medien vergleichsweise wenig über die bestehenden Kennzeichnungspflichten für Strom und Pkw berichtet, dagegen sehr ausführlich über vorgeschlagene Kennzeichnungen von Lebensmitteln."
Es wird die Nachfrage der Verbraucher nach Daten in Frage gestellt, die die CO2 Emission ihres Konsums aufzeigen, insbesondere bei den oben genannten klimarelevanten Produkten. Zudem schätzt das Memorandum den Anteil der Lebensmittel an der jährlichen Treibhausgasproduktion als geringer ein als dies noch 2007 durch das UBA geschah:
"Der Anteil von Lebensmitteln an den Pro-Kopf-Emissionen liegt in Deutschland in der Größenordung von etwa 1,5 - 2,0 Tonnen CO2 e und damit bei etwa 20%."
Von der Bundesvereinigung der Ernährungsindustrie (BVE) wird diese Äußerung begrüßt. Jürgen Abraham, Vorsitzender des BVE erklärt dazu: „Die ablehnende Haltung des BMU gegenüber einer umweltbezogenen, insbesondere auf die Emission von Treibhausgasen fokussierten Kennzeichnung von Nahrungsmitteln wird von der deutschen Ernährungsindustrie zustimmend zur Kenntnis genommen. Damit wird einer Position unseres Verbandes Rechnung getragen, die wir bereits im Sommer 2008 bezogen und dargelegt haben. Maßnahmen des Klima- und Umweltschutz müssen zielgerichtet erfolgen. Im Rahmen der gesamten Wertschöpfungskette, d.h. von der landwirtschaftlichen Rohstofferzeugung über die industrielle Veredelung bishin zum Verbraucher, müssen die relevanten Stellschrauben betätigt werden. Der effiziente Energie- und Rohstoffeinsatz in Produktions- und Verfahrensabläufen ist in unserer Branche geübte Praxis, die es zu erweitern und zu optimieren gilt.“
Informationen zum Projekt gibt es hier: http://www.pcf-project.de/main/at-a-glance/ Zusätzliche Zahlen können beim Umweltbundesamt (UBA) abgerufen werden: www.uba.de
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| Last Updated on Monday, 14 December 2009 13:24 |



