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News (Juristisches)
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Written by RA Max-Lion Keller, LL.M. (IT-Recht)
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Monday, 09 November 2009 10:59 |
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ESL-Milch. Das ist eine mit einem neuen Verfahren haltbar gemachte Milch, die seit einiger Zeit in den Regalen unserer Supermärkte zu finden ist. Der Verbraucher mag sich, zu Recht, fragen: Warum weiß ich das nicht? Den Begriff hab' ich doch noch nie auf einer Milchpackung gelesen? Warum das so ist, was ESL-Milch nun konkret darstellt und woran der Verbraucher diese in Zukunft wird erkennen können, wird im Gastbeitrag des Herrn RA Florian Decker der Kanzlei Andrae & Simmer, Saarbrücken im LK-Blog erläutert.
ESL, auch wenn man dies vermuten könnte, stellt keinen Hinweis auf den Ursprung der Milch dar sondern bedeutet schlicht „extended shelf life“.
Konkret handelt es sich bei ESL-Milch um mit einer neuen Methode länger haltbar gemachte Milch. Bisher kannte man nur pasteurisierte und H-Milch. Die Haltbarkeit liegt zwischen der von pasteurisierter (ca. 5–10 Tage) und der von ultrahocherhitzter H-Milch (ca. 3–6 Monate), in der Regel wohl 12-21 Tage in geschlossener Verpackung.
ESL-Milch ist kein gesetzlich definierter Begriff, sondern eine Begrifflichkeit, die von den Konsummilchherstellern selbst geprägt wurde. Diese haben sich Anfang 2009 selbst verpflichtet, ESL-Milch mit einer Haltbarkeit von rund drei Wochen eindeutig zu kennzeichnen.
Nach der Konsummilch-Kennzeichnungs-Verordnung sind eigentlich nur die Kennzeichnungen "pasteurisiert" und "ultrahocherhitzt" (H-Milch) vorgesehen. Doch neben der klassisch pasteurisierten Milch mit sieben bis zehn Tagen Haltbarkeit hat sich die ESL-Milch aufgrund technologischer Weiterentwicklungen mittlerweile etabliert. Es gibt dabei unterschiedliche Behandlungsverfahren zur Erzielung der längeren Haltbarkeit. Man bewerkstelligt dies entweder durch Hocherhitzung, bei der die Rohmilch bis maximal 127 Grad Celsius für zwei Sekunden erhitzt wird. Eine andere Methode ist die Mikrofiltration, bei der die Magermilch mit Spezialfiltern zur Bakterienentfernung gereinigt und pasteurisiert wird. Bei letzterem Verfahren wird nur der Fettanteil der Rohmilch höher erhitzt.
Da die Kennzeichnung „pasteurisiert“ oder „ultrahocherhitzt“ die Unterschiede zur ESL-Milch nicht erkennbar werden lässt, war hier eine Irreführung der Verbraucher zu befürchten, was die tatsächliche Haltbarkeitsdauer angeht. Somit war die Selbstverpflichtung der Hersteller durchaus angebracht, im Sinne eines fairen Wettbewerbs.
ESL-Milch findet in beiden Herstellungsformen eine immer weitere Verbreitung.
Konkret können die Verbraucher nun die ESL-Milch daran erkennen, dass klassisch pasteurisierte Konsummilch mit dem Zusatz „traditionell hergestellt“ und ESL-Milch dagegen nunmehr mit dem Zusatz "länger haltbar" an gut sichtbarer Stelle auf der Milchverpackung zu deklarieren.
Fazit
Trägt die Milchpackung den Hinweis „länger haltbar“, so kann der Verbraucher von einer Haltbarkeit der Milch von zwischen ca. 12 und 21 Tagen rechnen.
Kritik
In der Presse hat auch diese Vorgehensweise jedoch noch Kritik erhalten. Diese stützt sich darauf, dass immer noch eine mögliche Irreführung für den Verbraucher zu befürchten sei, zumal bei der Variante ESL-Milch durch Hocherhitzen herzustellen 10% Vitamine verloren gehen und unter Umständen auch der Geschmack verändert wird.
Dem kann man entgegenhalten, dass ohnehin jede länger haltbar gemachte bzw. jede länger als die wenigen Tage, die eine Frischmilch aushält, aufbewahrte Milch immer an Vitaminen verliert. Damit dürfte der Effekt einer solche Irreführung sehr gering sein.
Ein Bedürfnis für eine noch konkretere Kennzeichnung dürfte demnach nicht bestehen. Ob sich der Gesetzgeber hier zu einer Regelung hinreißen lässt, bleibt abzuwarten.
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